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Was bedeutet konstruktives Feedback wirklich?

Konstruktives Feedback ist ein wesentlicher Bestandteil jeder erfolgreichen Zusammenarbeit. Es fördert ein positives und produktives Arbeitsklima und unterstützt eine offene Kommunikationskultur. Es ermöglicht Teammitgliedern, sich kontinuierlich zu verbessern. Daran zu arbeiten, konstruktives Feedback zu geben und Feedback anzunehmen, ist eine Grundlage zielführender und gelungener Kommunikation. Und trägt damit zu erfolgreicher Entwicklung jeder Organisation und der Menschen, die in ihr arbeiten, bei.


 

Was bedeutet konstruktives Feedback und wie kann ich es lernen?


Feedback ist jede persönliche, subjektive Rückmeldung, die andere darüber informiert, wie ihr Verhalten wahrgenommen, verstanden und erlebt wurde. Richtig eingesetzt führt es zu einer höheren Qualität und Produktivität individueller und gemeinschaftlicher Arbeitsprozesse. Es steuert Verhalten, hilft bei Selbsteinschätzung und fördert Motivation sowie Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Begriff "konstruktiv" leitet sich vom lateinischen Wort "construere" ab, was so viel bedeutet wie "aufbauen" oder "zusammensetzen". In diesem Kontext bedeutet "konstruktiv", dass das Feedback darauf ausgerichtet ist, etwas aufzubauen, zu verbessern oder zu entwickeln, anstatt zu kritisieren oder abzulehnen. Konstruktives Feedback bezieht sich also auf eine Rückmeldung oder Bewertung, die darauf abzielt, eine positive und unterstützende Wirkung zu haben, um die Leistung oder das Verhalten einer Person zu verbessern.

Dabei gibt es sowohl für das Geben als auch für das Annehmen von Feedback Regeln, die dazu führen, das Ziel eines konstruktiven Austausches zu erreichen.



Regeln und Tipps für konstruktives Feedback:

Feedback-gebend

Feedback-nehmend

Seien Sie konkret: Stellen Sie sicher, dass Ihr Feedback präzise und auf bestimmte Verhaltensweisen oder Aktionen bezogen ist. Konkrete Beispiele erleichtern dem Empfänger das Verständnis und die Umsetzung von Verbesserungen.

Hören Sie zunächst nur zu: Nehmen Sie sich die Zeit, das erhaltene Feedback vollständig zu verstehen, bevor Sie reagieren. Ein aufmerksames Zuhören ermöglicht eine klare Erfassung der erhaltenen Informationen.

Geben Sie Feedback zeitnah: Je schneller Sie Feedback geben, desto frischer ist die Situation im Gedächtnis aller Beteiligten. Dies trägt dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden und ermöglicht eine prompte Anpassung des Verhaltens.

Dank aussprechen: Zeigen Sie Wertschätzung für das erhaltene Feedback, unabhängig von der Natur der Rückmeldung. Ein einfacher Dank signalisiert, dass Sie offen für konstruktive Kritik sind.

Vermeiden Sie Bewertungen: Konzentrieren Sie sich auf das beobachtbare Verhalten und vermeiden Sie subjektive Wertungen. Beschreiben Sie, was Sie gesehen oder gehört haben, anstatt vorschnelle Schlussfolgerungen zu ziehen.

Erklären Sie Ihr Verhalten, wenn es notwendig ist: Falls Unklarheiten über Ihr Verhalten bestehen, erklären Sie Ihre Handlungsweise. Klarheit über Ihre Perspektive kann dazu beitragen, Missverständnisse zu beseitigen.

Bieten Sie Informationen an: Stellen Sie sicher, dass Ihr Feedback informativ ist und dem Empfänger Klarheit darüber gibt, wie sein Verhalten wahrgenommen wird. Geben Sie konkrete Beispiele, um Ihre Aussagen zu unterstützen.

​Geben Sie den Inhalt von Kritik in Ihren Worten wieder: Verinnerlichen Sie die Kritik und fassen Sie sie in Ihren eigenen Worten zusammen. Dies zeigt nicht nur, dass Sie das Feedback verstanden haben, sondern ermöglicht auch eine tiefere Reflexion darüber.

Seien Sie offen und ehrlich: Schaffen Sie eine vertrauensvolle Atmosphäre, indem Sie offen und ehrlich kommunizieren. Dies fördert eine positive Feedbackkultur und ermöglicht es, konstruktive Kritik besser anzunehmen.

Nicht gleich rechtfertigen: Vermeiden Sie den sofortigen Drang, sich zu rechtfertigen. Geben Sie sich Zeit, das Feedback zu verarbeiten, bevor Sie darauf reagieren. Dies fördert eine konstruktive Auseinandersetzung mit den erhaltenen Informationen.

Timing sorgsam wählen: Achten Sie darauf, das Feedback zum richtigen Zeitpunkt zu geben. Wählen Sie einen geeigneten Moment, der für alle Beteiligten angemessen ist und die beste Atmosphäre für konstruktive Gespräche schafft.

Geben Sie eine Rückmeldung über das Gespräch: Teilen Sie Ihre Gedanken und Gefühle über das Feedbackgespräch mit. Dies schafft eine offene Kommunikationskultur und ermöglicht eine weiterführende Diskussion über mögliche Verbesserungen.

Gut vorbereiten: Bereiten Sie sich gründlich auf das Feedbackgespräch vor. Reflektieren Sie Ihre Beobachtungen und formulieren Sie Ihre Rückmeldungen klar und prägnant. Eine gute Vorbereitung trägt zu einem effektiven Austausch bei.

Nur über im Gespräch Anwesende reden: Vermeiden Sie es, über Abwesende zu sprechen. Konzentrieren Sie sich auf die anwesenden Personen, um Missverständnisse und unnötige Konflikte zu verhindern.

Zukunftsorientierte Handlungsofferten machen: Schließen Sie Ihr Feedback mit konkreten Vorschlägen für zukünftiges Verhalten ab. Zeigen Sie Perspektiven auf und bieten Sie Lösungsansätze, um die kontinuierliche Verbesserung zu unterstützen.




Vorbereitung und Verlauf des Gesprächs – Feedbackgebend:


Eine der wichtigsten Erfolgsgrundlagen für gelungene Kommunikation ist eine gute Gesprächsvorbereitung (siehe auch: Gesprächsleitfäden), gerade bei schwierigen Gesprächssituationen. Dabei sollten sich die Feedbackgebenden folgenden drei Fragen stellen

  1. Wahrnehmung: Was ist Ihnen aufgefallen am Verhalten des anderen?

  2. Wirkung: Wie hat dies auf Sie gewirkt? Wie schätzen Sie es ein?

  3. Wünsche/ Anweisungen: Wie wird es verbessert, geändert, verstärkt etc.?

Diese 3 W’s (3 W-Regel) sollten auch während des Gesprächs zusammen mit den oben besprochen Regeln als Grundlage der Kommunikation dienen und sich immer wieder bewusst gemacht werden.

Die 3 W-Regel ist ein Vorgehen, das den vier Schritten der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) sehr ähnlich ist.


Außerdem sollte sich vorher bereits Gedanken über umsetzbare Vereinbarungen gemacht werden, die dann innerhalb des Gesprächs getroffen werden können, um nachhaltige und wirkungsvolle Veränderungen zu erreichen. Je konkreter die Vereinbarungen sind, desto größer ist die Chance auf Veränderungen im Nachhinein. Diese Vereinbarungen erfordern unbedingt beiderseitiges Commitment.


Während des Gesprächs, aber besonders am Ende, sollte ein Resonanz-Check durchgeführt werden, also die Reaktion auf das Feedback wahrgenommen und auch explizit thematisiert werden. Metakommunikation, also das Sprechen über die Kommunikation/den Gesprächsverlauf, kann zudem wertvolle Erkenntnisse bringen und auf die Verbesserung der Beziehungsebene einzahlen.


Vorbereitung und Verlauf des Gesprächs - Feedbacknehmend:


Je nach Situation ist es für Feedbacknehmende nicht immer möglich sich auf das Gespräch vorzubereiten. Wichtig ist jedoch, dass im Einklang mit den bereits beschriebenen Regeln folgende drei Schritte sich immer wieder bewusst gemacht werden, sowohl vor als auch während des Gesprächs:


1. Zuhören: Eine offene Haltung signalisieren und wenn nötig Verständnisfragen stellen.

2. Vereinbarungen: Treffen Sie miteinander eine Absprache über zukünftiges Verhalten, auch proaktiv. Sollten Sie einen Vorschlag haben, wie das eigene Verhalten angepasst werden könnte oder was sie dafür benötigen, teilen Sie dies mit.

3. Wenn möglich Resonanz geben: Aufnahme und Verständnis des Gesagten bestätigen, wenn nötig die eigene Meinung preisgeben.



Wie lerne ich konstruktives Feedback zu geben und anzunehmen?


Durch gezielte Anleitung und Unterstützung, in Form von Coachings und Teamentwicklungen, ist Feedback nicht einfach Kritik oder Bewertung, sondern wird zu einem wirkungsvollen Instrument der persönlichen und beruflichen Entwicklung.


Selbstreflexion fördern: Coachings und Teamentwicklungen ermutigen zur Selbstreflexion, indem sie die Teilnehmer*innen dazu anleiteten, ihre eigenen Stärken und Entwicklungsbereiche zu erkennen. Durch diese Selbstkenntnis wird es leichter, konstruktives Feedback anzunehmen und umzusetzen.


Bewusstsein für die anderen entwickeln: Ein wichtiger Aspekt konstruktiven Feedbacks ist die Berücksichtigung der Gefühle und Perspektiven des Gegenübers. Coachings und Teamentwicklungen helfen dabei, Empathie zu entwickeln und eine positive Kommunikationskultur aufzubauen.


Kommunikationsfähigkeiten stärken: Coachings und Teamentwicklungen bieten eine Plattform, um Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern. Das schließt das klare Ausdrücken von Gedanken und Gefühlen, das aktive Zuhören und das Formulieren von konstruktivem Feedback mit ein.


Praktische Übungen: Durch praktische Übungen können konkrete Erfahrungen im Geben und Empfangen von Feedback gesammelt werden. Dies ermöglicht, die Prinzipien des konstruktiven Feedbacks in realen Situationen anzuwenden und zu verfeinern.


Feedbackkultur fördern: Coachings und Teamentwicklungen unterstützen die Etablierung einer Feedbackkultur im Team oder der Organisation. Indem gelernt wird, Feedback konstruktiv zu formulieren und zu empfangen, trägt Coaching zur Schaffung einer offenen und unterstützenden Umgebung bei.



Fazit

Konstruktives Feedback ist eines der wichtigsten Instrumente erfolgreicher Kommunikation. Durch die Anwendung bewährter Strategien und die Förderung einer offenen Feedbackkultur können Teams nicht nur Hindernisse überwinden, sondern auch langfristig erfolgreich zusammenarbeiten.


 

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